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XML-Allgemein

Oktober 14, 2009

Warum XHTML?

XHTML steht für Extensible Hypertext Markup Language. Dieses Kürzel umschreibt eine Dialektfamilie des XML, entworfen um das im Internet allgegenwärtige HTML in das XML-Universum einzugliedern.

Um die Vorteile dieser Entwicklung zu erklären ist es sinnvoll sich die Nachteile, die Standard-HTML (Versionsnummer < 5) mit sich bringt, zu vergegenwärtigen.
Das ursprüngliche HTML hat seine theoretische Grundlage in der SGML (Standard Generalized Markup Language). Diese ist hochflexibel (gut), sehr allgemein (gut und schlecht) aber auch hochkomplex (schlecht). Um einem Computer ‘beizubringen’ was er mit einem Web- Dokument anfangen sollte (sogenanntes parsen, jeder Browser tut es), musste ein großer Aufwand betrieben werden. Des weiteren erlaubte SGML einen gewissen Freiraum bei der Interpretation und Erweiterung von HTML. Das Ergebnis war, dass beispielsweise unterschiedliche Browser dieselbe Internetseite anders darstellten. Für Webdesigner war das bestenfalls lästig, schlimmstenfalls der GAU. Sorgfältig für den Internet Explorer entwickelte, ästhetische Seiten sahen im Netscape Navigator aus wie abstrakte Kunst, und umgekehrt. Grund war der bereits erwähnte Freiheitsgrad, der dem Browser-Programmierer durch HTML als SGML Dialekt gewährt wurde. Die Web Design Community reagierte, indem sie zum Beispiel Rezepte entwickelte. Das sind HTML-Codes die von allen Browsern identisch dargestellt werden. Freilich opferte man an dieser Stelle gestalterische Freiheiten auf dem Altar der Konformität. Es musste eine bessere Lösung geben.

XML (eXtensible Markup Language) wurde ursprünglich entwickelt, um Daten beliebiger Art plattformunabhängig repräsentieren zu können. Der XML Standard verlangt die sogenannte Wohlgeformtheit aller Dokumente. Wenn diese Eigenschaft gegeben ist, kann man das Dokument, anders als bei HTML, von Standardprogrammen und -verfahren bearbeiten lassen. Es entsteht dadurch eine größere Sicherheit, dass etwas auch tatsächlich so angezeigt wird wie es vom Design her gedacht war. Des weiteren ist es nun auch möglich andere XML Daten in Webseiten einzubinden. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der Möglichkeit, Untersprachen, sogenannte Subsets, zu bilden. Diese bieten die Möglichkeit, zukünftig Netzinhalte zu produzieren, die wahlweise auf einem Computer, einem Handy, sogar einem netztauglichen Fernseher oder Kühlschrank darstellbar sind.

Für denjenigen, der Webseiten schreiben will, ändert sich nicht viel Grundlegendes. Das Kriterium der Wohlgeformtheit verlangt, dass es zu jedem Tag einen schließenden Tag gibt, was in HTML z.B. bei
gern unterlassen wurde. In XHTML hat man jetzt die Wahl zwischen
und
als schließendes Tag. Welcher zu bevorzugen ist, hängt davon ab, ob das Element im alten HTML immer leer war, oder auch Attribute enthalten durfte. Beim Zeilenumbruch empfiehlt sich daher die Paarung

, beim Block-Element eher
. Diese Unterscheidung ist nur wichtig, wenn man auch Legacy Browser unterstützen möchte.
Da Microsofts Internet Explorer noch immer Probleme damit hat, generischen XHTML-Code zu interpretieren, sind viele Entwickler dabei geblieben nur XHTML zu schreiben welches HTML konform ist.

Die ‘Götter des Internet’, das W3C, veröffentlichten am 26. Januar 2000, nach fast zweijähriger Begutachtungszeit, den XHTML 1.0 Standard. Seitdem hat sich das Internet und auch sein grundlegender Standard weiterentwickelt. Zum Zeitpunkt dieses Artikels arbeitet das W3C an XHTML Version 5. Ziel dieser Version 5 ist unter anderem, die Hemmschwelle für die Verwendung von XHTML über die HTML-Elemente hinaus zu senken. Dort wo konsequent auf XHTML umgestellt wurde, kann man heute aus administrativer - aber auch aus Nutzersicht die Vorteile sehen: mit relativ geringem Aufwand lassen sich Plugins in Diskussionsforen realisieren, die vor 6 Jahren noch einen monatelangen Entwicklungsaufwand erfordert hätten. Auch laufen dank bewährter Verfahren Index- und Suchoperationen sehr viel effizienter in der XHTML-Welt, was sich für Nutzer in ’schnelleren’ Seiten manifestiert.

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